Ratgeber11 Min. Lesezeit

Haarfarben für Friseure: Farbtiefen, Aufhellungsuntergrund und Reflexneutralisierung

Von Farbanalyse Deutschland
Haarfarben für Friseure: Farbtiefen, Aufhellungsuntergrund und Reflexneutralisierung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Farbtiefenskala reicht von Stufe 1 (Schwarz) bis Stufe 10 (sehr helles Platinblond) und dient der Diagnose der natürlichen Haarbasis
  • Der Aufhellungsuntergrund variiert je nach Farbtiefe: Rot bei dunklen Basen (Stufen 1–4), Orange bei mittleren Basen (Stufen 5–7), Gelb bei hellen Basen (Stufen 8–10)
  • Der Farbkreis regelt die Neutralisierung: Blau hebt Orange auf, Violett neutralisiert Gelb, Grün dämpft Rot
  • Die internationale Reflexnummerierung (0 bis 7) ist die gemeinsame Fachsprache professioneller Coloristen weltweit
  • Diese Tabellen zu beherrschen ermöglicht es Ihnen, Ergebnisse vorauszusagen und Farbkorrekturen gezielt durchzuführen

Die Farbmetrik in der Friseurpraxis ist keine Geheimwissenschaft — sie beruht auf einer Handvoll logischer Prinzipien, die sich jeder professionelle Colorist aneignen kann. Drei Säulen tragen die tägliche Arbeit: die genaue Bestimmung der natürlichen Farbtiefe, das Verständnis des Aufhellungsuntergrundes, der beim Bleichen entsteht, und die Beherrschung des Farbkreises zur gezielten Neutralisierung unerwünschter Reflexe.

Dieser Leitfaden enthält die Referenztabellen, die in deutschen Friseursalons täglich eingesetzt werden, ergänzt durch praxisnahe Anleitungen für die häufigsten Situationen. Er richtet sich sowohl an Auszubildende im Berufsfeld Friseur/in als auch an erfahrene Coloristen, die ihr technisches Wissen systematisch vertiefen möchten.

Haarstruktur und Melanintypen

Bevor die Farbtabellen sinnvoll angewendet werden können, ist es wichtig, das Material zu verstehen, auf dem gearbeitet wird. Das Haar besteht aus drei Schichten: der Kutikula (äußere Schutzschicht aus überlappenden Schuppen), dem Kortex (mittlere Schicht, in der die Melaninpigmente sitzen), und dem Mark (innerer Kanal, der nur bei stärkerem Haar vorhanden ist). Alle Farbveränderungen — sowohl Aufhellung als auch Pigmentablagerung — finden im Kortex statt.

Die natürlichen Pigmente, die die Haarfarbe bestimmen, lassen sich in zwei Familien unterteilen:

  • Eumelanin: große braun-schwarze Granula, verantwortlich für dunkle Haare. Vorherrschend in den Stufen 1–4, lösen sich beim Bleichen zuerst auf.
  • Phäomelanin: kleinere gelb-rote Granula, verantwortlich für helles und rötliches Haar. Dominant in den Stufen 5–10, widerstandsfähiger gegen Bleichemittel und erzeugt die warmen Untergründe, die Coloristen kennen und einkalkulieren müssen.

Bei der Anwendung eines Aufhellungsmittels weitet das Alkali die Kutikula-Schuppen auf, während das Peroxid die Melaninmoleküle oxidiert. Die großen Eumelanin-Granula lösen sich zuerst auf und legen schrittweise die resistenteren Phäomelanin-Pigmente frei. Dieser stufenweise Prozess erklärt, warum ein schwarzes Haar bei der Blondierung nicht direkt hellgelb wird — es durchläuft eine vorhersehbare Abfolge von Waruntergründen.

Querschnittsschema eines Haarstrands mit Darstellung von Kutikula, Kortex und Verteilung der Melaninpigmentgranula in den verschiedenen Haarschichten
Querschnittsschema eines Haarstrands mit Darstellung von Kutikula, Kortex und Verteilung der Melaninpigmentgranula in den verschiedenen Haarschichten

Tabelle der Farbtiefen und Aufhellungsuntergründe

Die Farbtiefenskala — international von 1 bis 10 nummeriert — ist die gemeinsame Fachsprache aller professionellen Coloristen. Großen Marken wie Wella, Schwarzkopf Professional, Goldwell oder L'Oréal Professionnel basieren ihr Nummernsystem auf derselben Skala. Farbtiefe 1 ist das tiefste Schwarz, Farbtiefe 10 ist das hellste Platinblond.

Vollständige Referenztabelle

Farbtiefe Natürliche Farbe Aufhellungsuntergrund Dominante Pigmente
1 Intensives Schwarz Tiefes Rot Eumelanin (große Granula)
2 Sehr dunkles Braun Rot Eumelanin
3 Dunkles Braun Rot-Orange Eumelanin dominant
4 Mittelbraun Orange-Rot Eumelanin + Phäomelanin
5 Hellbraun Orange Phäomelanin dominant
6 Dunkelblond Orange-Gelb Phäomelanin
7 Mittelblond Gelb-Orange Phäomelanin (mittlere Granula)
8 Hellblond Gelb Phäomelanin (kleine Granula)
9 Sehr hellblond Blassgelb Spuren von Phäomelanin
10 Platinblond Sehr blasses Gelb Minimale Pigmentierung

Praxisbeispiel: Eine Kundin mit natürlicher Farbtiefe 4 (Mittelbraun), die zu Hellblond (Farbtiefe 8) möchte, wird zwingend die Untergründe Orange-Rot → Orange → Orange-Gelb → Gelb durchlaufen. Wer diese Abfolge ignoriert, kann das Endergebnis nicht zuverlässig steuern.

Visuelle Skala der Farbtiefen 1 bis 10 mit natürlichen Haarfarbbeispielen und entsprechenden Aufhellungsuntergründen auf jeder Stufe
Visuelle Skala der Farbtiefen 1 bis 10 mit natürlichen Haarfarbbeispielen und entsprechenden Aufhellungsuntergründen auf jeder Stufe

Kompatibilität zwischen Untergrund und gewünschtem Reflex

Der verbleibende Aufhellungsuntergrund zum Zeitpunkt der Endfarbanwendung beeinflusst das Ergebnis direkt. Ein Ascheton (mit Blauanteilen) auf einem orangefarbenen Untergrund ergibt ein trübes, schmutziges Ergebnis — Blau und Orange ergeben zusammen einen undefinierten Grauton. Die Faustregel: Der Restuntergrund muss mit dem gewünschten Farbreflex kompatibel sein, oder er muss vorher neutralisiert werden.

Der Farbkreis und die Neutralisierung

Der Farbkreis ist das universelle Referenzinstrument des Coloristen. Er ordnet die Farben nach ihren Komplementärbeziehungen und ermöglicht es, chromatische Auslöschungen logisch vorherzusagen statt nach Gefühl zu korrigieren.

Primär- und Sekundärfarben

Die drei Primärfarben — Rot, Gelb, Blau — entstehen durch keine Mischung anderer Farben. Die Sekundärfarben entstehen durch Kombination zweier Primärfarben:

  • Rot + Gelb = Orange
  • Gelb + Blau = Grün
  • Rot + Blau = Violett

Jede Farbe hat ihren direkten Gegensatz im Farbkreis, die sogenannte Komplementärfarbe. Zwei Komplementärfarben, in gleichen Mengen gemischt, heben sich gegenseitig auf und erzeugen einen neutralen Ton (Braun oder Grau je nach Pigmentdichte).

Farbkreis für Friseure mit Primär- und Sekundärfarben, Komplementärpaaren und deren Neutralisierungsbeziehungen in der professionellen Haarfärbung
Farbkreis für Friseure mit Primär- und Sekundärfarben, Komplementärpaaren und deren Neutralisierungsbeziehungen in der professionellen Haarfärbung

Neutralisierungstabelle

Unerwünschter Reflex Neutralisierende Farbe Typische Situation im Salon
Gelb Violett / Irisierend Gebleichtes Blond wird strohig, zu warme Blondierung
Orange Blau / Asch Kupfrig gewordene Strähnen, oranges Balayage
Rot Grün / Khaki Hartnäckige Rotreflexe auf brünettem Haar (seltene Anwendung)

In der Praxis wenden Sie dieses Prinzip auf zwei Arten an: indem Sie den Korrekturreflex direkt in Ihre Farbformula einarbeiten (z. B. einen Aschreflex ,1 in einem Blond hinzufügen, um Warmreflexe zu vermeiden), oder indem Sie Pflegeprodukte für zu Hause empfehlen (violettes Shampoo gegen Gelb, blaues Shampoo gegen Orange).

Silbershampoo zur Neutralisierung von Gelbstich auf blondem Haar
Silbershampoo mit violetten Pigmenten neutralisiert Gelbstich auf blondiertem Haar.

Internationale Reflexcodes (0–7)

Die Reflexnummerierung folgt einem international standardisierten System, das von nahezu allen professionellen Farbmarken in Deutschland verwendet wird. Es ermöglicht, einen unbekannten Farbtube sofort zu verstehen.

Tabelle der Reflexcodes

Code Reflex Beschreibung
0 Natur Kein dominanter Reflex, neutrales Ergebnis
1 Asch Blau-Grün dominant, kalt und matt
2 Irisierend / Violett Violett dominant, neutralisiert Gelb
3 Gold Gelb dominant, warm und leuchtend
4 Kupfer Orange dominant, warm und intensiv
5 Mahagoni Rot-Violett, tief und satt
6 Rot Reines Rot, leuchtend und gesättigt
7 Matt / Braun Grün-Braun, neutraler Naturton

Eine vollständige Farbnummer lesen

Nehmen wir als Beispiel eine Coloration 7,34:

  • 7 = Farbtiefe (Mittelblond)
  • 3 = dominanter Reflex (Gold)
  • 4 = sekundärer Reflex (Kupfer)

Das Ergebnis: Mittelblond mit intensivem Goldreflex und einer Kupfernote. Ein doppelter Reflexcode — z. B. 8,22 — signalisiert eine verstärkte Version dieses Reflexes (sehr ausgeprägtes Irisierend-Violett, ideal auf stark gelbem Untergrund). Manche Marken verwenden einen Punkt statt eines Kommas — die Logik ist identisch.

Für eine umfassende Anleitung zur Abstimmung von Haarfarben auf den Farbtyp der Kundin lesen Sie unseren Ratgeber zur Farbberatung und Haarfärbung.

Mischformeln und Wirkung des Entwicklers

Den resultierenden Reflex einer Mischung berechnen

Formel: [(Reflex A × Menge A) + (Reflex B × Menge B)] ÷ Gesamtmenge

Beispiel: Sie mischen 30 g von 7,3 (Mittelblond Gold) mit 20 g von 7,1 (Mittelblond Asch):

  • [(3 × 30) + (1 × 20)] ÷ 50 = (90 + 20) ÷ 50 = 2,2
  • Ergebnis: etwa 7,22 — Mittelblond mit dominantem Irisierend-Reflex und einem Goldunterton
Berechnungsschema für Haarfarbmischungen mit Anteilen, Reflexen und erwarteten Ergebnissen je nach individueller Formel
Berechnungsschema für Haarfarbmischungen mit Anteilen, Reflexen und erwarteten Ergebnissen je nach individueller Formel

Entwickler: Der Parameter, der oft unterschätzt wird

Konzentration Volumen Aufhellungseffekt Wirkung auf Reflexe
3 % 10 Vol. Keiner (Ton auf Ton) Reflexe in voller Intensität
6 % 20 Vol. +1 bis +2 Stufen Reflexe gut sichtbar
9 % 30 Vol. +2 bis +3 Stufen Reflexe durch Aufhellung verdünnt
12 % 40 Vol. +3 bis +4 Stufen Reflexe stark abgeschwächt

Praxistipp: Um maximale Reflexintensität bei gleichzeitigem leichten Aufhellen zu erreichen, empfiehlt sich 20 Vol. mit etwas verlängerter Einwirkzeit — anstatt auf 30 Vol. umzusteigen, was die Pigmentdichte merklich reduziert.

Drei häufige Situationen im Salon

Situation 1 — Orangegelbe Strähnen auf hellbrauner Basis

Ausgangslage: Eine Kundin kommt zurück, nachdem vor 8 Wochen ein Balayage auf einer natürlichen Basis Farbtiefe 5 (Hellbraun) angelegt wurde. Die aufgehellten Bereiche sind orange geworden. Sie hatte sich Aschblond gewünscht.

Farbdiagnose: Die Blondierung hat bei Untergrund Orange (Farbtiefen 5–6) gehalten. Einen Aschton direkt auf diesem orangenen Untergrund aufzutragen würde ein trübes, grünliches Ergebnis liefern — Blau + Orange = schmutziges Graubraun.

Protokoll:

  1. Strähnen auf Farbtiefe 8–9 voraufhellen (blassgelber Untergrund)
  2. Coloration Farbtiefe 9 mit Asch- (/1) oder irisierend (/2) Reflex auftragen, um das Restgelb zu neutralisieren
  3. Violettes Shampoo für die wöchentliche Heimanwendung empfehlen
« Neulich kam ich auf die glorreiche Idee, blonde Strähnchen zu färben — die Pumuckl-Orange wurden. Es sah grauenhaft aus. »

Häufiger Fehler: Einen kühlen Ton direkt auf orangenem Untergrund auftragen. Das ist die häufigste Ursache für grünliche Korrekturen in deutschen Salons.

Vorher-Nachher-Vergleich der Korrektur eines orange gewordenen Balayage zu harmonischem Aschblond durch gezielte Voraufhellung und Neutralisierung
Vorher-Nachher-Vergleich der Korrektur eines orange gewordenen Balayage zu harmonischem Aschblond durch gezielte Voraufhellung und Neutralisierung

Situation 2 — Zurück zu Braun nach starker Blondierung

Ausgangslage: Stark gebleichtes Haar (Farbtiefen 9–10). Die Kundin möchte zu einem natürlichen Hellbraun (Farbtiefe 6) zurück. Sie hat gelesen, dass Asch-Töne natürlicher aussehen.

Farbdiagnose: Haar auf Farbtiefe 9–10 hat alle warmen Pigmente verloren. Ein kühler Reflex (Asch) auf dieser warmpigmentfreien Basis erzeugt Grüntöne.

Protokoll:

  1. Vorpigmentierung: Farbtiefe 6 mit Gold- (/3) oder Kupferreflex (/4) 1:1 mit Conditioner verdünnen. 15 Minuten einwirken lassen.
  2. Nach 48 Stunden: Endfarbe Farbtiefe 6 Natur (/0) oder leicht golden-natur (/03). Entwickler 10 Vol.

Grundsatz: Vor dem Abdunkeln stark gebleichter Haare stets die warme Pigmentladung wiederherstellen, die die Untergrundtabelle als fehlend ausweist.

Situation 3 — Grauabdeckung auf gemischter Basis

Ausgangslage: Rund sechzig Prozent graue Haare auf einer hellbraunen Basis (Farbtiefe 5). Gewünschtes Ergebnis: einheitliches, deckendes Mittelbraun.

Farbdiagnose: Graue Haare haben kein Pigment — sie entsprechen einem natürlichen Wert von Farbtiefe 10. Sie benötigen eine höhere Pigmentladung als natürlich pigmentiertes Haar.

Protokoll:

  1. Coloration Farbtiefe 5 Natur (/0) im Verhältnis 1:1 mit Entwickler 20 Vol. (statt Standard 1:1,5)
  2. Zusätzlich 10–15 % Gold-Tube (/3) zur Verstärkung der Pigmentsättigung und Deckung beimischen
  3. Einwirkzeit um 5 Minuten gegenüber den Herstellerangaben verlängern

Farbberater und Coloristen in ganz Deutschland finden Sie in unserem Verzeichnis für Farbberatung.

Farbkorrekturen bei Fehlern

Problem 1 — Haare wurden nach Blondierung orange

Ursache: Blondierung bei Untergrund Orange (Farbtiefen 5–6) gestoppt, statt das blassgelbe Stadium (Farbtiefen 8–9) zu erreichen.

Lösungen:

  1. Sofortige Wiederholung (wenn das Haar es verträgt): Entwickler 20 Vol., alle 5 Minuten kontrollieren
  2. Farbkorrektur: Farbtiefe 7 mit Asch-irisierend (/12) auftragen — dämpft das Orange und liefert ein akzeptables kühles Dunkelblond
  3. Blaues Gloss verdünnt: Für geschädigtes Haar — 5–10 % blaues Semipermanent in neutralen Conditioner einarbeiten, 20 Minuten Einwirkzeit
« Nach der Blondierung sah ich aus wie eine wandelnde Karotte. Die Friseurin meinte, ich solle nochmal mit einer Tönung in einem blonden Aschton drüber. Das hat dann auch geholfen. »

Problem 2 — Grünstich auf stark gebleichten Haaren

Ursache: Aschreflex (Blau-Grün) auf warmpigmentfreier Basis aufgetragen, oder Chlorkontakt im Schwimmbad.

Lösungen:

  1. Warmes Farbbad: 1 Teil goldene Coloration (Farbtiefe 8–9, /3) + 2 Teile Conditioner + 1 Teil Entwickler 10 Vol. 10 Minuten bei Raumtemperatur einwirken lassen.
  2. Klärendes Shampoo: Klärendes Shampoo mit einer kleinen Menge Blondierungspulver (1:1) mischen, 5 Minuten auf trockenem Haar einwirken lassen, um oberflächliche Grünablagerungen zu entfernen
  3. Säurespülung: 1 Teil Apfelessig + 3 Teile Wasser nach dem Waschen auftragen — schließt die Kutikula-Schuppen und entfernt oberflächliche Farbablagerungen
« Ich schlage mich nun seit 2 Jahren damit rum, dass ich in meinen blonden Haaren einen Grünstich habe. Nun war ich beim Friseur, der auch sehr ratlos ist — nach der Blondierung war der Grünstich raus, aber nur für ca. 2 Wochen. »

Problem 3 — Farbe zu dunkel oder zu gesättigt

Ursache: Fehlerhafte Basisbeurteilung, zu lange Einwirkzeit oder falsche Entwicklerkonzentration.

Lösungen:

  1. Farbentferner innerhalb 48 Stunden: Oxidativer Farbentferner (z. B. Color Off) bricht die Bindungen künstlicher Pigmente auf, ohne die natürliche Melanin zu beeinflussen
  2. Mehrfache Wäschen: 3–4 klärende Shampoos hintereinander auf trockenem Haar für eine partielle Pigmententfernung
  3. Öl-Vorbehandlung: Erhitztes Kokos- oder Arganöl 1–2 Stunden unter Frischhaltefolie auf dem Haar vor dem Farbentferner — das Öl erleichtert die Pigmentmobilisierung

Um zu verstehen, welche Töne Ihre Kundin natürlich vorteilhaft begleiten, lesen Sie unseren Leitfaden zur persönlichen Farbberatung.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet die Zahl auf einem Farbtube? (z. B. was heißt 7,34?)

Die erste Zahl gibt die Farbtiefe an (7 = Mittelblond). Die erste Ziffer nach dem Komma ist der dominierende Reflex (3 = Gold). Die zweite Ziffer ist der sekundäre Reflex (4 = Kupfer). Eine Coloration 7,34 ergibt Mittelblond mit intensivem Goldreflex und einer Kupfernote.

Welche Farbe neutralisiert Orange im Haar?

Die Komplementärfarbe von Orange im Farbkreis ist Blau. In der Praxis verwendet man Aschreflexe (die Blau enthalten) oder blaue Shampoos und Pflegemasken, um unerwünschte Orangereflexe zu neutralisieren. Die Neutralisierung ist nur dann wirksam, wenn das Haar ausreichend aufgehellt ist — auf einem dunklen Orangeuntergrund (Farbtiefen 5–6) muss zuerst weiter aufgehellt werden.

Warum wurden meine Haare nach dem Blondieren orange?

Die Blondierung hat beim Stadium des Orangeuntergrundes (Farbtiefen 5–6) aufgehört. Die großen Eumelanin-Granula wurden aufgelöst, die resistenteren Phäomelanin-Granula blieben aber erhalten. Um ein helles Blond zu erzielen, muss bis zum Stufe 8–9 (blassgelber Untergrund) geblondiert werden. Ist das Haar für eine weitere Sitzung zu geschädigt, kann ein blaues Gloss den Orangeton als Übergangslösung dämpfen.

Kann man zwei Farbreflexe miteinander mischen?

Ja. Der resultierende Reflex wird mit der gewichteten Formel berechnet: [(Reflex A × Menge A) + (Reflex B × Menge B)] ÷ Gesamtmenge. Mischen Sie immer Farben der gleichen Farbtiefe und halten Sie die empfohlenen Entwickleranteile ein. Diese Technik ermöglicht maßgeschneiderte Nuancen, die die Standardserie nicht bietet.

Was ist Vorpigmentierung und wann braucht man sie?

Vorpigmentierung bedeutet, warme Pigmente (Gold, Kupfer) in stark gebleichtes Haar einzubringen, bevor die Endfarbe aufgetragen wird. Sie ist immer notwendig, wenn man von Farbtiefe 9–10 abdunkeln möchte oder einen Braunton ohne Grünanteile erzielen will.

Fazit: Haarfarben-Tabellen als tägliche Arbeitsgrundlage

Farbtiefen, Aufhellungsuntergründe, Farbkreis und Reflexnummerierung bilden ein kohärentes technisches System, das jeder professionelle Friseur in Deutschland erlernen kann. Konsequent angewendet verwandelt es die Haarfärbung von einer empirischen Praxis in einen vorhersehbaren Prozess mit reproduzierbaren Ergebnissen.

Halten Sie diese Tabellen stets griffbereit an Ihrem Arbeitsplatz, notieren Sie Ihre Formeln auf der Kundenkarte und bauen Sie im Laufe der Zeit Ihre eigene Mischungsbibliothek auf. Für die Vertiefung dieser Grundlagen bieten Berufsschulen und Weiterbildungszentren in ganz Deutschland — von Berlin über München, Hamburg, Köln bis Stuttgart — qualifizierte Farblehrkurse an.

Weitere technische Ressourcen finden Sie auf den Fachseiten der Verbraucherzentrale sowie der großen Profimarken wie Wella Professionals Deutschland.

Wenn Sie die Farbberatung auf den persönlichen Stil ausweiten möchten — Kleidung und Make-up auf den natürlichen Farbtyp abstimmen — finden Sie in unserem Bereich Farbberatung und Ratgeber praxisnahe Leitfäden für alle Farbtypen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Teilen Sie ihn!

Ähnliche Artikel

Möchten Sie mehr erfahren?

Finden Sie einen Farbberater in Ihrer Nähe

Einen Experten finden